KREATOR – Niemals ohne Wikinger Jungfrauen!

2017 ist wohl das Jahr des Thrash Metals schlechthin. Mit Gods Of Violence veröffentlichen Kreator dieses Jahr nämlich endlich den langersehnten Nachfolger zum 2012er Album Phantom Antichtist, das in Deutschland bis auf Platz 5 der Album Charts kletterte. Mithilfe von Produzent Jens Bogren ist den vier Thrashern mit Gods Of Violence abermals ein weiteres Meisterwerk gelungen. Sowohl musikalisch als auch textlich überzeugen Kreator hier wieder mit ihrer vollen Schlagkraft und machen ihrem Namen alle Ehre.

Schon die Einleitung – das Intro Apocalypticon, das zusammen mit den Italienern von Fleshgod Apocalypse entstanden ist, verspricht mit seiner hymnenhaften Melodie in Marschgeschwindigkeit einiges. Kurz und schmerzlos geht es dann direkt in den Opener World War Now über, der mit seinen Doublebass Passagen und dem eingängigen Chorus überraschend hart ausfällt und einem zuerst die Augenbrauen hochzucken lässt.
In Satan Is Real begeben sich Mille und Co. musikalisch in dunklere Ecken, liefern damit aber einen weiteren Oberknaller für Gods Of Violence.
Weiter mit Totalitarian Terror. – Dieser Song dürfte wohl ein für alle Mal zeigen, warum Kreator mit an der Spitze des Thrash Metals stehen. Klassische Kreator Riff Passagen treffen auf Milles gnadenlosen Gesang. Spätestens hier sollte jeder Kreator Fan mit dem Kopfnicken begonnen haben. Das gilt auch für das folgende Gods Of Violence mit seinem griechisch-angehauchtem Gitarren Intro und dem anschließenden Moshpit Killer Army Of Storms.
Hail To The Hordes ist dann hingegen wieder ein Beweis dafür, dass Kreator auch anno 2017 noch gute und innovative Songs schreiben können. Mit seinen sehr Kreator untypischen Gitarrenmelodien, die an nordische Kriegsmelodien erinnern und dem genialen Chorus, der direkt zum Mitsingen anregt, wird hier garantiert kein Zuhörer still stehen können. Der Dudelsack am Ende des Songs setzt dem Ganzen dann noch die Krone auf.
Lion With Eagle Wings, der wieder mit einem Intro im griechischem Stil aufwartet, Fallen Brother und Side By Side bringen Kreator dann wieder zurück in die klassische Thrash Ecke.
Das durchaus geniale Death Becomes My Light fungiert als Ende dieses Thrash Meisterwerks.

Mit Gods Of Violence erschaffen Kreator ein weiteres Meisterwerk, das sich definitiv mit erhobenem Haupt in die Band Diskographie einreihen darf. Fans der Band und auch Fans der härteren Musikrichtungen (oder die, die es mal werden wollen) sei Gods Of Violence wärmstens an’s Herz gelegt. Mehr Metal geht einfach nicht.

Wir haben uns mit Kreator-Gitarrist Sami Yli-Sirniö über das neue Album Gods Of Violence unterhalten.
Lest selbst…

Kreator sind seit Phantom Antichrist musikalisch überraschend melodisch geworden.
Wie erklärst du dir das ? Liegt das womöglich am nordischen Einfluss von Produzent Jens Bogren ?
Manche Parts auf Phantom Antichrist oder Gods Of Violence würden nämlich durchaus auch gut zu einer Viking Metal Band wie Amon Amarth passen.
Danke für das Kompliment. Jens Bogren hat unsere letzten beiden Alben produziert und ist ein sehr guter Produzent mit vielen guten Ideen. Er hat aber nichts komponiert – das macht die Band schon selber.
Ich bin eigentlich kein Experte für Viking Metal und es ist mir etwas unklar, was das bedeutet. Ein paar Songs von Amon Amarth habe Ich gehört und das klang sehr gut.
Auf Tour warten immer mehrere Wikinger Jungfrauen auf uns im Backstage. Das steht in unserem Catering-Rider und wir spielen nicht ohne Wikinger Jungfrauen, die vor Ort am Start sind.
Die Musik der Wikinger hat meiner Meinung nach aber eher weniger gemeinsam mit unserer Musik.

Gods Of Violence geht in einigen Songs inhaltlich und auch musikalisch in Richtung der griechischen Mythologie. Wie kam es dazu ?
Die Idee war, alte griechische Gottheiten in die heutige Welt zu übertragen und Ähnlichkeiten zwischen der antiken Mythologie und des heutigen 21. Jahrhunderts zu finden.
Wenn solche Gedankenmuster entstehen, stellt sich ein Musiker gern auf lydische oder phrygische Skalen ein. Das funktioniert wie eine musikalische Inspiration, ist aber nie die Hauptsache, um die sich alles dreht. Einige Songs auf dem neuen Album drehen sich um griechische Themen – andere eben nicht.

Was sind deine Favoriten auf Gods Of Violence?
Das ist eine schwierige Frage für mich, da ich viel zu nah an der Sache dran bin.
Die Opener World War Now, Satan Is Real und der letzte Song Death Becomes My Light sind starke Nummern. Und die Songs dazwischen stören mich auch nicht.

Was verkörpern die Cover Artworks zu Gods Of Violence ?
Beide sind durch die Musik inspiriert entstanden.

 

Ihr habt auf dem neuen Album mit u.a. Fleshgod Apocalypse und Boris von In Extremo zusammengearbeitet. Mit wem würdest du in Zukunft noch gern zusammenarbeiten ?
Letzten Juli brauchten wir im Studio eine Orchestration für den Intro Song Apocalypticon. Wir hätten das auch selber machen können, aber unser Produzent hat uns die Italiener empfohlen. Die haben so einen dermaßen guten Job gemacht, dass wir sie danach gefragt haben, ob sie auch ein paar Kleinigkeiten für zwei andere Songs machen würden.
Hail To The Hordes hingegen klang im Studio plötzlich etwas schottisch. Dann haben wir gedacht: warum fragen wir nicht unseren guten Freund Boris von In Extremo, ob er da was spielen könnte. Daher kam der Dudelsack.
Es gibt viele Leute, mit denen ich gerne in Zukunft zusammenarbeiten würde. Es kommt aber immer drauf an, was ein Song braucht. Sehr selten ist das z.B. ein Dudelsack.

Ihr startet in ein paar Tagen mit eurer großen Gods Of Violence Tour, mit der ihr u.a. auch am 18. Februar in der Berliner Columbiahalle spielen werdet. – Was können die Fans von der neuen Show erwarten? Immerhin habt ihr die neue Show als die „größte Kreator Show aller Zeiten“ angekündigt.
Ich bin gerade in Essen und wir proben und planen die Setlist. Wir haben viele Specials und Effekte für die Live-Shows in Planung. It’ll be definitely a night of Metal to remember!

Da sind wir auf jeden Fall gespannt. Danke dir Sami für das interessante Interview!
Danke für euer Interesse und alles Gute!

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